Was fehlt, wenn eine gemeinsame Kultur fehlt?

Kennen Sie den englischen Satz: Culture eats strategie for breakfest!? Das bedeutet doch, dass die Unternehmensstrategie häufig scheitert, weil einer Kultur fehlt, die diese Strategie unterstützt. Mit das bekannteste Beispiel ist die „Jahrhunderthochzeit“ von Daimler und Chrysler. Strategisch klare Ausrichtung, Weltmarktführer, betriebswirtschaftlich gut durchgerechnet, maximale Synergieeffekte und – gescheitert an den unterschiedlichen Kulturen. „Der Kulturkampf zwischen Germanen und Amerikanern tobte.“(SZ 7.5.2013) Zum Glück geht es auch anders.

Projektbeispiel

2 Genossenschaftsbanken fusionieren. Im ersten Schritt lernen sich die Vorstände kennen und neben den rein wirtschaftlichen Fakten geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Hier beginnt bereits die gemeinsame Kultur. Ohne Vertrauen wird der Prozess nicht weitergehen. Dann werden die Gremien eingebunden. Diese Treffen die Fusionsentscheidung. Danach geht es um die technische Fusion, die viele Kräfte bindet. Und sich dann Zeit zu nehmen für die Entwicklung einer gemeinsamen Vision: So sieht unsere Bank der Zukunft aus! An einer gemeinsamen Kultur arbeiten, sich kennen- und sich schätzen lernen, Vertrauen aufbauen, gemeinsame Werte vereinbaren, sich an den unterschiedlichen Standorten besuchen, gemeinsame Veranstaltungen durchführen, zusammen arbeiten und zusammen Erfolge feiern. 

Setzen Sie sich mit – neuen – Kolleginnen und Kollegen in einen Kreis. Geben Sie jedem drei Karten. Bitten Sie darum, auf jede dieser Karten einen Begriff zu schreiben als Antwort auf diese Frage:

Inspiration

Was sind die für Dich drei wichtigsten Werte für eine menschenfreundliche und erfolgreiche Kultur?

Alle lesen nacheinander ihre Karten vor und legen diese in die Mitte, bilden Sie symbolisch ein „Wertefeuer“ in der Mitte, Werte, für die alle „Feuer und Flamme“ sind. Gruppieren Sie gemeinsam ähnliche Karten. Auf dieser Ebene gibt es fast immer große Übereinstimmung. Dann lassen Sie zu den einzelnen Kartengruppen einige Kolleginnen und Kollegen zu der Frage arbeiten: 

Wie machen wir diese Werte im Alltag sichtbar, wie verhalten wir uns, damit diese Werte erlebt werden? 

Viel Freude bei diesem Kulturbaustein!